Gestatten - ich bin Kai

Stellt euch eine Straße vor. Steil wie eine Skischanze führt sie den Berg hinunter. Am Ende der Abfahrt liegt ein kleiner Park mit einem Teich, der von hier oben winzig aussieht.
Habt ihr das?
Prima.
Stellt euch jetzt einen gelben Müllcontainer vor. So einen mit vier winzigen Gummirädern unten dran, randvoll gefüllt mit ungespülten Joghurtbechern.
Seht ihr ihn vor euch? Könnt ihr den Schimmel riechen?
Okay, dann stellt euch jetzt einen Jungen vor, der bis zum Hals in diesen miefenden Verpackungen hockt und vor Panik lauter schreit als ein Brüllaffe im Tropenhaus, weil dieser dämliche Plastiksarg keine Bremse hat und auf der steilen Straße immer schneller und schneller wird.
Könnt ihr euch das vorstellen?
Sehr gut, denn dann wisst ihr jetzt auch, wer ich bin. Mein Name ist Kai, und ich bin der Junge, der in dem Container um sein Leben brüllt, weil der Lastwagen von rechts erst in letzter Sekunde bremst und da vorne auch schon die nächste Kreuzung kommt.
Bis hierhin war es leicht für euch. Jetzt aber wird es schwer, denn ich bin nicht alleine in dem Container ...




